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Sitzplan Hochzeit: So geht ihr vor, ohne dass jemand beleidigt ist

Von Unser Ja5 Min. Lesezeit

Wann ihr den Sitzplan macht, wie viele Gäste an einen Tisch passen, wo das Brautpaar sitzt und wie ihr Familie, Freunde und Kinder sinnvoll verteilt.

Der Sitzplan ist die Aufgabe, die fast alle Paare vor sich herschieben. Verständlich: Man kann ihn erst machen, wenn die Zusagen da sind, und dann bleiben meist nur noch ein paar Wochen. Außerdem fühlt er sich an wie ein Puzzle, bei dem jedes Teil eine Meinung hat. Mit der richtigen Reihenfolge ist er aber an zwei Abenden erledigt.

Wann ihr ihn macht

Ernsthaft anfangen lohnt sich erst nach der Antwortfrist, also meist vier bis sechs Wochen vor der Hochzeit. Vorher plant ihr mit Leuten, die am Ende vielleicht gar nicht kommen.

Was ihr vorher schon klären solltet: Wie viele Tische passen in den Raum, rund oder eckig, und wie viele Plätze hat jeder Tisch? Das bestimmt die Location oft mit, also fragt früh nach einem Raumplan.

Eine grobe Zeitleiste:

Wann Was
3 Monate vorher Raumplan und Tischformen mit der Location klären
4 bis 6 Wochen vorher Antwortfrist, danach erster Entwurf
2 Wochen vorher Nachzügler einarbeiten, Entwurf mit den Eltern besprechen (wenn ihr wollt)
1 Woche vorher Plan an die Location, Platzkarten drucken

Rechnet damit, dass sich in der letzten Woche noch zwei, drei Dinge ändern. Jemand wird krank, ein Paar trennt sich, ein Kind kommt doch mit. Druckt deshalb nicht zu früh.

Wie viele Personen an einen Tisch passen

Bei runden Tischen sind das grobe Werte, mit denen die meisten Locations arbeiten:

Durchmesser Personen
1,50 m 8, eng 10
1,80 m 10 bis 12

An eckigen Tischen rechnet ihr pro Person etwa 60 bis 70 Zentimeter an der Längsseite. Ein Tisch von 2 Metern Länge bietet also drei Personen auf jeder Seite, mit Kopfplätzen an beiden Enden acht.

Runde Tische sind kommunikativer, weil jeder jeden sieht. Lange Tafeln wirken festlicher und bringen mehr Menschen in den Raum, aber man unterhält sich fast nur mit den direkten Nachbarn. Wer bei einer langen Tafel ganz außen sitzt, bekommt vom Rest wenig mit. Setzt dorthin keine Gäste, die sonst niemanden kennen.

Wo das Brautpaar sitzt

Es gibt drei gängige Varianten, und keine ist die richtige:

Ihr zwei allein an einem kleinen Tisch, dem „Sweetheart Table“. Ihr seid für alle gut sichtbar und könnt in Ruhe essen. Der Nachteil: Ihr sitzt den ganzen Abend nur nebeneinander.

Mit Trauzeug:innen und deren Partner:innen. Ein guter Kompromiss, wenn ihr eure engsten Freunde um euch haben wollt und die Eltern sich ohnehin lieber mit ihren eigenen Leuten unterhalten.

Mit den Eltern (und ggf. Geschwistern). Traditionell und oft sehr schön, schwierig bei getrennten Eltern mit neuen Partner:innen. In dem Fall bekommen die Eltern oft eigene Tische in der Nähe, jeweils mit ihren Leuten.

Sitzt mit Blick in den Raum, nicht mit dem Rücken zu den Gästen, und so, dass ihr zur Tanzfläche und zu den Reden gut kommt.

So verteilt ihr die Gäste

Fangt nicht mit Tischen an, sondern mit Gruppen. Schreibt auf, welche Gruppen es gibt: Familie von ihr, Familie von ihm, Studienfreunde, Arbeitskolleg:innen, Sportverein, Nachbarn. Dann setzt ihr Gruppe für Gruppe an Tische und kümmert euch erst danach um die Einzelfälle.

Ein paar Erfahrungswerte, die viel Ärger ersparen:

Ältere Gäste sitzen lieber weiter weg von den Boxen und näher an Toiletten und Ausgang. Gäste, die früh gehen, ebenfalls. Familien mit kleinen Kindern brauchen Platz für Hochstühle und einen kurzen Weg nach draußen. Einen eigenen Kindertisch gibt es erst ab etwa Grundschulalter, und dann am besten in Sichtweite der Eltern.

Gäste, die außer euch niemanden kennen, setzt ihr neben Leute, die offen und gesprächig sind, nicht an einen Tisch mit lauter anderen Einzelpersonen. Ein „Singletisch“ fühlt sich für die meisten genau so an, wie er klingt.

Und streitende Verwandte setzt ihr nicht an benachbarte Tische, sondern so, dass sie sich nicht ansehen müssen. Das klingt nach Kleinigkeit, entscheidet aber manchmal über die Stimmung eines ganzen Abends.

Den Plan zeigen

Bei bis zu etwa 60 Gästen reicht ein Plakat am Eingang, auf dem die Tische mit Namen stehen. Ab 80, 100 Gästen sucht niemand gern seinen Namen auf zwölf Tischlisten. Dann ist eine alphabetische Liste („Anna Müller, Tisch 4“) viel schneller lesbar. Zusätzlich helfen Platzkarten auf den Tischen, wenn ihr feste Plätze vergebt, und nicht nur Tische.

Feste Plätze oder nur feste Tische? Bei einem gesetzten Menü wollen viele Caterer wissen, wer wo sitzt, schon wegen Allergien und Menüwahl. Bei Buffet reichen oft Tische, und die Gäste finden sich selbst.

Mit Unser Ja

In Unser Ja legt ihr eure Tische rund oder eckig an, mit Plätzen und auf Wunsch Kopfplätzen, und zieht die Personen auf ihre Plätze. Auf dem Sitzplan stehen nur die, die für diesen Programmpunkt zugesagt haben, inklusive ihrer Begleitungen. Wer absagt, verschwindet vom Plan, und ihr seht sofort, wo ein Platz frei wird. Den fertigen Plan druckt ihr für die Location aus, mit allen Tischen und Namen.

Damit der Plan auf echten Zahlen steht, lohnt sich vorher eine Online-Zusage: Dann wisst ihr auch, wer Kinder mitbringt und wer welches Menü isst.