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Was kostet eine Hochzeit? Rechnet pro Gast

Von Unser Ja5 Min. Lesezeit

Was eine Hochzeit in Deutschland kostet, warum die Gästezahl fast alles entscheidet und wie ihr ein Budget aufstellt – mit Beispielen für 30, 50 und 100 Gäste.

Die Durchschnittszahl, die jedes Jahr durch die Presse geht, liegt aktuell bei gut 15.000 €. Der Bridebook Wedding Report kam für 2025 auf rund 15.600 € pro Hochzeit in Deutschland, ohne Verlobungsring und Flitterwochen. Andere Erhebungen landen etwas höher, bei etwa 17.000 €.

Für eure Planung hilft diese Zahl nur begrenzt. Gut ein Viertel der Paare bleibt unter 10.000 €, andere geben das Doppelte aus. Was eure Hochzeit kostet, entscheidet sich an zwei Stellen: wie viele Menschen ihr einladet und was euch so wichtig ist, dass ihr dafür mehr ausgebt.

Die Gästezahl ist der größte Hebel

Fast die Hälfte des Budgets wächst direkt mit der Zahl eurer Gäste: Essen, Getränke, Stühle, Tischdeko, Papeterie, Gastgeschenke, oft auch die Location-Miete, wenn sie pro Person abgerechnet wird. Jeder Gast mehr kostet also nicht nur sein Abendessen.

Als grobe Orientierung für Essen und Getränke pro Person (Stand 2026, Preise schwanken je nach Region stark):

Variante pro Person
Buffet oder Foodtruck, einfache Getränkepauschale 60 bis 90 €
Menü oder gutes Buffet, Getränkepauschale bis Mitternacht 90 bis 140 €
Mehrgängiges Menü, offene Bar bis spät ab 140 €

Legt ihr Location, Deko und den Kleinkram pro Kopf dazu, landen viele Feiern bei 150 bis 250 € pro Gast. Darauf kommen die Fixkosten, die kaum von der Gästezahl abhängen: Fotografie, Musik, Outfits, Ringe, Standesamt.

Ein Rechenbeispiel, das viele Paare überrascht: 20 Gäste weniger bei 180 € pro Kopf sind 3.600 €. Das ist mehr, als die meisten DJs kosten.

Was die großen Posten typischerweise kosten

Damit ihr Angebote einordnen könnt, ein paar Richtwerte (Stand 2026):

  • Fotografie: für eine Ganztagsbegleitung meist 1.500 bis 3.500 €, für ein paar Stunden Standesamt und Paarshooting deutlich weniger
  • DJ: 800 bis 2.000 € für den Abend, eine Liveband ein Vielfaches
  • Freie Trauung: Rednerin oder Redner 800 bis 2.000 €, mehr dazu im Ratgeber Freie Trauung
  • Standesamt: je nach Gemeinde meist 100 bis 250 €, mehr außerhalb des Trauzimmers oder am Samstag
  • Brautkleid und Anzug: von unter 500 € (Second Hand, Konfektion) bis weit über 2.000 €

Drei Beispielrechnungen

Die Rechnungen gehen von einer Feier mit Menü oder Buffet, Getränkepauschale, Fotograf:in und DJ aus. Eure Zahlen können je nach Region und Anspruch deutlich darüber oder darunter liegen.

in Tausend € 30 Gäste 50 Gäste 100 Gäste
Gäste-Kosten 4,5–6 7,5–11 15–23
Fotografie (und Video) 1,2–2 1,5–2,5 2,5–5
Musik 0,6–1,2 0,8–1,5 1,2–3
Outfits, Ringe, Styling 2–4 2–4 2,5–5
Blumen, Deko, Papeterie, Standesamt 0,8–1,5 1,2–2,5 2,5–5
Gesamt 9–15 13–21,5 24–41

Die kleine Hochzeit mit 30 Gästen kostet also nicht ein Drittel der großen, sondern eher ein Drittel bis die Hälfte. Die Fixkosten bleiben.

So stellt ihr ein Budget auf

Fangt nicht mit der Location an, sondern mit dem Betrag. Setzt euch zusammen hin und klärt, was ihr selbst ausgeben könnt und wollt und ob jemand aus der Familie etwas beisteuert. Sprecht dabei offen an, ob mit dem Geld Erwartungen verbunden sind. Ein Zuschuss der Schwiegereltern, der am Ende 30 zusätzliche Verwandte auf die Gästeliste bringt, ist kein Geschenk mehr, sondern ein Tausch.

Dann schreibt jede:r für sich die drei Dinge auf, die ihr oder ihm am wichtigsten sind. Erst danach vergleicht ihr. Wo beide Listen sich treffen, gebt ihr mehr aus. Bei allem anderen spart ihr ohne schlechtes Gewissen.

Teilt den Gesamtbetrag dann durch eure Wunsch-Gästezahl. Kommen dabei deutlich weniger als 200 € pro Person heraus, wird es knapp, sobald die Fixkosten dazukommen. Dann müsst ihr entweder an der Gästeliste oder an der Location etwas ändern.

Und legt 5 bis 10 % als Puffer zurück. Irgendetwas kommt immer dazu: Korkgeld, die Haarprobe, Kerzen, die doppelt so teuer sind wie gedacht.

Ein einfacher Start ist unser Hochzeitskosten-Rechner. Wenn es konkret wird, tragt ihr in Unser Ja Ziele pro Bereich ein und haltet jede Ausgabe fest, mit Anzahlung und Restbetrag. Was ihr über den Marktplatz bucht, landet automatisch in der Kostenübersicht.

Wo Sparen sich lohnt und wo nicht

Am meisten spart ihr an der Gästeliste, am Wochentag und an der Saison. Viele Locations und Dienstleister sind freitags, sonntags und zwischen Oktober und April oft spürbar günstiger. Fragt ruhig direkt nach dem Preis für einen Freitag. Auch bei der Papeterie lässt sich viel holen: Eine Website mit Online-Zusage ersetzt Antwortkarten und spart Porto.

Nicht sparen würden wir an der Fotografie (die Bilder bleiben, alles andere ist nach einem Tag vorbei), am Essen (hungrige Gäste vergessen das nicht) und am Puffer.

Häufige Fragen

Wer bezahlt die Hochzeit? Früher die Eltern der Braut. Heute zahlen die meisten Paare selbst, oft mit Unterstützung beider Familien.

Was kostet eine ganz kleine Hochzeit? Standesamt und danach Essen im Restaurant mit 20 Personen ist oft mit 3.000 bis 6.000 € machbar, je nachdem, ob ihr Fotograf:in oder Musik dazubucht.

Kann man mit den Geldgeschenken rechnen? Lieber nicht. Was in den Umschlägen steckt, ist sehr unterschiedlich. Plant so, dass ihr auch ohne sie auskommt.